Tarifvertrag hessen einzelhandel 2019

Mehrarbeitgeber-Tarifverträge betreffen im Allgemeinen keine Bonussysteme oder Bewertungssysteme, die auf der Individuellen- oder Konzernleistung basieren. In ausgewählten Dienstleistungsbranchen wie dem Geschäftsbankensektor und dem genossenschaftlichen Bankensektor können bis zu 8 % des individuellen Jahresgehalts auf individuelle oder gruppenbasierte Kriterien (DE0608029I) angewiesen sein. Darüber hinaus ermöglicht eine Vereinbarung (die sogenannte Phoenix-Vereinbarung, DE0604029I) zwischen dem Arbeitgeberverband der metallverarbeitenden Industrie in Ostdeutschland (Ostmetall) und der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) eine Erhöhung des Grundlohns um bis zu 20 % je nach Leistung des einzelnen Arbeitnehmers. Die Beschäftigten der früheren Beschäftigungsgruppen 1 bis 6 müssen je nach Tätigkeit den Beschäftigungsgruppen A bis H im Rahmen des neuen Beschäftigungsgruppensystems zugeordnet werden. Sie werden im nächsthöheren Mindestlohn der jeweiligen Beschäftigungsgruppe im Tarifvertrag eingestuft, bei dem frühere Dienstjahre unerheblich sind – der Arbeitnehmer wird immer dem ersten Jahr der neuen Stufe zugeordnet. Solche Erhöhungen des Mindestlohns können auf bestehende (nicht zweckgebundene) Überzahlungen angerechnet werden. Sollte der ALTE Mindestlohn im Tarifvertrag höher sein als der NEUE Mindestlohn der fünften Stufe, so muss der Arbeitnehmer dennoch dieser Stufe zugeordnet werden. Die Differenz zwischen dem NEUEN Mindestlohn und dem ALTEN Mindestlohn wird als „Reformbetrag 1“ ausgewiesen und jährlich erhöht wie die Imponentumgehälter des Tarifvertrags (ein „Reformbetrag 2“, der für Transfers bis zum 1. November 2019 zu zahlen sein kann, wird hier nicht erörtert). Dieser „Reformbetrag 1“ darf weder auf bestehende Überzahlungen angerechnet noch zur Bezahlung zusätzlicher Arbeitsstunden, Überstunden, Prämien, Provisionen, Zuschläge, Zulagen oder Entschädigungen für Reisekosten verwendet werden.

Reformbeträge müssen in die Bemessungsgrundlage für die Berechnung lohnabhängiger Forderungen einbezogen werden. Unternehmen mit bundesweiten Betrieben oder über 800 Mitarbeitern müssen über eine Shop Steward-Organisation verhandeln, um die lokale Interaktion zu erhöhen. Der Tarifvertrag legt ein Minimum an zu erörternden Fragen fest. In den meisten Ländern erfüllen die Arbeitgeberorganisationen Tarifverhandlungen (siehe unten) und spielen eine Schlüsselrolle im System der Arbeitsbeziehungen im Einzelhandel, obwohl es einige bedeutende Ausnahmen gibt. In Irland und im Vereinigten Königreich spielen sie in diesem Bereich nur eine beratende Rolle, da tarifgebundene Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene in diesen Ländern eine Schlüsselrolle spielen (zusammen mit einer neueren Praxis der sektorübergreifenden Verhandlungen in Irland). Die Arbeitgeberverbände sind auch nicht an den Verhandlungen in Zypern und Malta beteiligt (wo der begrenzte Umfang der Verhandlungen im Einzelhandel auf Unternehmensebene stattfindet). In Ungarn und Lettland führen die Organisationen keine tariflichen Verhandlungen, sondern Beziehungen zu Gewerkschaften, die eine Form von Verhandlungen beinhalten (siehe unten).